Kassel — Eine unspektakuläre Häuserfront der Nachkriegsarchitektur: Wände, Mauern, eine Balustrade, eine Satellitenschüssel, eine Antenne, Linien, Winkel. Licht und Schatten. Fast zwei Drittel des kleinformatigen Gemäldes gehören dem blaugrauen Himmel. Diese Stadtansicht bringt Jasmin Harell zum Flimmern und Leuchten, gestaltet mit den kubischen, stark abstrahierten Elementen eine eigenwillige und faszinierende Komposition.
Zurzeit präsentiert die Künstlerin aus Tel Aviv, die seit 2000 in Berlin lebt, zusammen mit zwei weiteren Künstlern in der d:gallery „3 Blicke auf die Realität“.
Von Jasmin Harell, die in ihrer Heimatstadt Malerei studierte, sind 31 Exponate zu sehen, vorwiegend Ölgemälde sowie vier Kohlezeichnungen. Der „Torso im Gegenlicht“ zeigt eine surreale Szene mit einem liegenden Torso, der an eine Skulptur der Antike erinnert. Dahinter angedeutete Bauten in Rosa und Braun, silbrig schimmert der Fernsehturm am Alexanderplatz.
Die Alpen in Rosa und Himmelblau
Die Serie „Blick durch das magische Fenster“ vereint vielleicht die schönsten Arbeiten der 62-Jährigen: ein Alpenpanorama zu unterschiedlichen Jahres- und Tageszeiten, mal Rosa, mal Himmelblau, mal Grau. Trotz des leichten, fast tänzerischen Pinselstrichs ist zu erkennen, wie überlegt der Farbauftrag ist. Jasmin Harell malt die Motive nicht ab, sondern setzt das Zusammenspiel von Farbe und Formen um. Die Bilder sollen eine „eigene Wirklichkeit“ schaffen.
Gezeigte Werkgruppen: 31 Exponate von Jasmin Harell (Ölgemälde und Kohlezeichnungen), darunter Alpenpanorama, die Serie „Blick durch das magische Fenster“ und Torso im Gegenlicht.